Ziel im Visier
Deutscher Schützenbund e.V. - DSB
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15.07.2014

Sportentwicklungsbericht 2013 - 2014

Mehr Kooperationen, Herausforderung Ehrenamt

Der fünfte Sportentwicklungsbericht – eine Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland – liegt vor. Demnach sind Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen auf dem Vormarsch. Eine Herausforderung für die Zukunft stellt insbesondere die Gewinnung von ehrenamtlich Engagierten dar. Der Anteil der Sportvereine mit existenziellen Problemen ist auf 37 Prozent angewachsen. Insgesamt haben sich 20.846 Vereine am Sportentwicklungsbericht 2013/2014 beteiligt.
74.062 Vereinen – insgesamt gibt es bundesweit 91.080 – wurde der Fragebogen via E-Mail übermittelt. Das entspricht einer Rücklaufquote von 29,2 Prozent. Der Sportentwicklungsbericht (Analyse der Sportvereine in Deutschland) 2013/2014, herausgegeben von Prof. Dr. Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule in Köln, analysiert die Situation der Sportvereine in Deutschland. Die fünfte Welle des Berichts brachte unter anderem folgende Erkenntnisse:

Kooperationen sind auf dem Vormarsch
Eine zunehmende Anzahl an Sportvereinen arbeitet mit zahlreichen weiteren Akteuren des Gemeinwohls zusammen. Die häufigste Kooperationsform ist dabei die Zusammenarbeit mit Schulen: Über ein Drittel aller Vereine kooperiert mit einer Schule. Seit 2009 haben Kooperationsformen stark zugenommen, am stärksten im Bereich der Zusammenarbeit mit Kindergärten/Kindertagesstätten.
Hinweis: Der Deutsche Schützenbund erarbeitet derzeit entsprechende Konzepte und Hilfestellungen, um solche Kooperationen zwischen DSB-Vereinen unterstützten zu können. Mehr dazu finden Sie bald unter: www.ziel-im-visier.de

Problem: Bindung/Gewinnung von ehrenamtlichen Funktionsträgern
Für die Sportvereine in Deutschland stellt die Bindung und Gewinnung von ehrenamtlichen Funktionsträgern (Trainer, Übungsleiter, Schiedsrichter…) ein signifikantes Problem dar. Der Sportentwicklungsbericht 2013/2014 macht deutlich: Die Anzahl der ehrenamtlich engagierten Personen auf der Vorstandsebene ist weiter zurückgegangen, während die Anzahl an Positionen auf der Ausführungsebene (Trainer, Übungsleiter, Schiedsrichter etc.) zugenommen hat. Im Vergleich zu 2009 ist die Anzahl der ehrenamtlichen Positionen zwar insgesamt stabil, dennoch sehen die Sportvereine die Bindung und Gewinnung von Personal als zentrales Problem und Herausforderung für die Zukunft an.
Dahinter folgen weitere Probleme hinsichtlich der Bindung/Gewinnung von jugendlichen Leistungssportlern/innen, von Trainern/innen, von Schiedsrichtern/innen und von Mitgliedern. Letzteres Problem ist allerdings rückläufig. Verschärft hat sich für die Vereine hingegen die Auswirkungen der Ganztagsschulen und G8 auf den Trainingsalltag. Am stärksten zugenommen hat das Problem der Unklarheit der Gesamtperspektive des Vereins.

Insgesamt engagieren sich in den Sportvereinen Deutschlands Mitglieder in rund 1,7 Millionen ehrenamtlichen Positionen. Dabei werden 0,5 Millionen Positionen von Frauen besetzt. Im Durchschnitt ist jeder Ehrenamtliche 13,8 Stunden pro Monat für seinen Verein tätig. Bundesweit ergibt sich daraus eine Arbeitsleistung von monatlich 24,1 Millionen Stunden. Mit durchschnittlich 20 Stunden pro Monat hat der Vorsitzende den zeitaufwändigsten Posten. Mit durchschnittlich 53,7 Jahren ist der Posten des Vorsitzenden am ältesten besetzt. 50 Prozent der Vorsitzenden in den Vereinen sind zwischen 46 und 62 Jahren alt. Die jüngste Funktionsträger sind Trainer (Durchschnitt: 35 Jahre) und Jugendwarte (38,2 Jahre).
Zahl der Sportvereine mit existenziellen Problemen nimmt zu
Der Anteil an Sportvereinen, die mindestens ein existenzielles Problem haben, beträgt 37,2 Prozent. Das betrifft etwa 33.900 der rund 91.000 Vereine in Deutschland. Der Anteil hat im Vergleich zu 2009 um 4,9 Prozent zugenommen. Das mit Abstand größte existenzielle Problem stellt die Gewinnung von ehrenamtlichen Funktionsträgern dar. 13,2 Prozent der Vereine fühlen sich dadurch in ihrer Existenz bedroht. Für 7,3 Prozent der Vereine stellen Probleme bei der Mitgliedergewinnung eine Gefahr da, für knapp sieben Prozent sind es die Bindung und Gewinnung von Trainern/Übungsleitern.
Hinweis: Das Thema Engagementförderung steht beim DSB mit seiner Mitgliederentwicklungskampagne "Ziel im Visier - Zukunft Schützenverein" ganz oben auf der Agenda. Die Deutsche Schützenjugend hatte bereits vor Jahren mit seiner Kampagne "Warum Warten?" eine Initiative zur Gewinnung von im Jugendbereich ehrenamtlichen Personen gestartet. 

Zum kompletten Sportentwicklungsbericht 2013/2014
http://www.dosb.de/fileadmin/fm-dosb/arbeitsfelder/wiss-ges/Dateien/2014/Siegel-Bundesbericht_SEB13_final.pdf

Quelle und Textpassagen: Breuer, C. & Feiler, S. (2015). Sportvereine in Deutschland – ein Überblick. In C. Breuer (Hrsg.), Sportentwicklungsbericht 2013/2014. Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. Köln: Sportverlag Strauß

 





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