Ziel im Visier
Deutscher Schützenbund e.V. - DSB
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25.10.2013

Lust auf Sport und Gemeinschaft

Mitgliederentwicklung im Sportverein

Zur vierten Bundeskonferenz Sportentwicklung unter dem Motto „Lust auf Sport und Gemeinschaft – Mitgliederentwicklung im Sportverein" konnte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am 11. und 12. Oktober 2013 in Berlin rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Teilen der Sportbewegung begrüßen.

Unter den Teilnehmern waren unter anderem der DSB Vizepräsident für Bildung und Verbandsentwicklung, Jonny Otten, sowie der Leiter für Recht und Verbandsentwicklung in der Bundesgeschäftsstelle, Robert Garmeister. Beide konnten aus der Eröffnungsrede, den Impulsvorträgen im Plenum und den einzelnen Referate der fünf Foren neue Ideen und Impulse für die Arbeit in der Mitgliederentwicklungkampagne des Deutschen Schützenbundes "Ziel im Visier - Zukunft Schützenverein" mit nach Hause nehmen.

Die Vorträge stehen unter dem Link auf der DOSB-Homepage für Sie bereit.

Der Kernfragen der DOSB-Bundeskonferenz Sportentwicklung: „Was ist der Kern eines Sportvereins und was macht einen Sportverein attraktiv?“ Was also ist es, was den organisierten Vereinssport auszeichnet und das ihn unverwechselbar macht und das ihn gewissermaßen auch zu einer Marke macht? hatte sich die Führungs-Akademie im Rahmen einer umfangreichen Interview-Studie mit Expertinnen und Experten genähert. Mit der Anmeldung zur Bundeskonferenz konnten sich Teilnehmer(innen) vorab freiwillig für ein solches Interview melden. Insgesamt konnten auf diese Weise 21 Interviews mit Verbandsvertreter(inne)n realisiert werden, die fundiert Auskunft zu der Frage geben konnten, was einen Sportverein attraktiv macht.

Zur Durchführung und Auswertung der Interviews wurde das so genannte Repertory Grid Verfahren eingesetzt – eine innovative Methode, die bisher vor allem im Bereich der Marktforschung genutzt wird. Das Repertory Grid Verfahren hat aber auch schon Eingang in den Sport gefunden. Unter anderem bei der Teamentwicklung im Spitzensport wird diese Methode bereits mit Erfolg eingesetzt.

Was sind nun die zentralen Ergebnisse dieser Studie? Erstens konnten wir feststellen, dass eine Orientierung an kommerziellen Anbietern und anderen Organisationen aus Sicht der Befragten nicht sinnvoll und gewünscht ist. Das, was einen Sportverein ausmacht, unterscheidet sich fundamental von dem, was ein Fitness-Studio auszeichnet oder beispielsweise auch den ADAC ausmacht. Eine verstärkte Orientierung an Kunden, Dienstleistung und Marktförmigkeit ist demzufolge keine Perspektive für Sportvereine.

Zweitens konnten wir im Rahmen der Untersuchung die zentralen Aspekte festhalten, die aus Sicht der Befragten den Markenkern eines Sportvereins ausmachen. Dazu gehört vor allem „Entfaltung ermöglichen“, also Freiräume zu bieten für die Entwicklung und Ausbildung von Potenzialen. Potenziale hier verstanden als Potenziale in sportlicher Hinsicht, aber auch in Hinblick auf Engagement und Einsatz. Ein weiterer wichtiger Ansatz lautet „aus Überzeugung engagiert“. Der Sportverein ist diesem Motiv folgend ein Ort, an dem Menschen aus tiefstem Innern heraus für eine Sache eintreten, die Ihnen am Herzen liegt und für die sie sich engagieren wollen. In diesem Sinne ist ein Sportverein eine Art „zweite Heimat“, für die es sich einzutreten lohnt.

Fragt man danach, was einen Sportverein, so wie er heute ist, von dem unterscheidet, wie er idealerweise sein könnte – wird Entwicklungspotenzial hinsichtlich „Flexibilität und Individualität“ gesehen. Damit ist vor allem eine Orientierung an den Interessen der Mitglieder und Anspruchsgruppen gemeint, die den Verein ausmachen, sowie eine generelle Bereitschaft, flexibel auf unterschiedliche Interessen und Erwartungen einzugehen und dafür Lösungen zu finden. „Neue Wege gehen“ wurde hier als ein zentrales Motiv genannt, das die Entwicklung deutlich macht.

Neben vielen anderen Ergebnissen und Erkenntnissen aus der Studie hat sich auf die Frage, was aus Sicht der Befragten einen Sportverein attraktiv macht, ist vor allem die Möglichkeit, im Sportverein den Raum für Sport und Engagement in einer Gemeinschaft zu bekommen, herauskristallisiert. Das Gegenmodell dazu, also die Frage, was macht einen Sportverein nicht attraktiv, ist aus Sicht der Befragten den Sport als Konsumgut zu verstehen und Gemeinschaft umzudeuten in eine „Verpflichtung zu Geselligkeit“.

Mit dieser Erkenntnis sollten sich die Sportverbände und -bünde weiter auseinandersetzen, wenn sie passende Unterstützungsleistungen für die Mitgliederentwicklung in ihren Vereinen anbieten wollen.

Link zur Ergebnispräsentation

 

 





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