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Deutscher Schützenbund e.V. - DSB
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02.09.2012

Kritische Rückfragen zum Schießsport

- wie gehe ich damit um?

Das "Wochenende der Schützenvereine" ist eine hervorragende Möglichkeit, allen Interessierten den Schieß- und Bogensport vorzustellen und sie zum Mitmachen einzuladen. Sicher können Sie sich vorstellen, dass der Informationsbedarf Ihrer Gäste enorm ist. Sie müssen auch damit rechnen, dass der eine oder andere Sie hinsichtlich der Sicherheit auf die Probe stellen will.

Da kann es natürlich auch zu der ein oder anderen Rückfrage zum Thema Schießsport und Waffen kommen, die Sie und Ihre Vereinsmitglieder sachlich und höflich beantworten sollten. Wir haben Ihnen im Folgenden eine Auswahl solcher Fragen und möglicher Antworten zusammengestellt:

- Worin besteht der sportliche Wert des Schießens?
Die zurückliegenden Olympischen Spiele haben es gezeigt: Der Schießsport erfordert eine enorme Konzentration, technisches Geschick, Kraft und natürlich Ausdauer. Dazu kommen häufig Wind- und Wettereinflüsse, die auf die erzielten Ergebnisse großen Einfluss haben können. Aber auch beim sportlichen Schießen in einem geschlossenen Gebäude - beispielsweise mit dem Luftgewehr oder der Luftpistole -, dürfen die Schützinnen und Schützen beim Zielen die Ballistik nicht außer Acht lassen und müssen berücksichtigen, dass das Projektil keine gerade, sondern eine gebogene Flugbahn nimmt. Und schließlich beträgt der Durchmesser der "Zehn" beim Luftgewehrschießen gerade einmal 0,5 Millimeter.
 
- Wie sieht es mit der Sicherheit beim Sportschießen aus?
Das deutsche Waffengesetz ist eines der strengsten weltweit. Für den Deutschen Schützenbund und alle seine Verbandsuntergliederungen hat Sicherheit höchste Priorität. So werden unsere Mitglieder regelmäßig über Neuerungen des Waffengesetzes informiert, zugleich wird die Einhaltung der Vorschriften von den zuständigen Behörden genau kontrolliert. Nur wer strenge Kriterien erfüllt, darf das Sportschießen mit erlaubnispflichtigen Sportwaffen ausüben. Erlaubnispflichtige Sportwaffen und ihre Munition dürfen erst nach einem Jahr aktiver Mitgliedschaft in einem Schützenverein und dem Nachweis eines Bedürfnisses beantragt werden. Zuvor muss eine theoretische und praktische Sachkundeprüfung abgelegt werden. Jeder Kauf einer erlaubnispflichtigen Sportwaffe muss von der zuständigen Behörde genehmigt werden, alle relevanten Daten werden an das Nationale Waffenregister gemeldet. Neben dem nötigen Alter, der behördlich regelmäßig überprüften Eignung und Zuverlässigkeit sowie dem regelmäßigen sportlichen Schießen in einem Verein müssen Sportschützinnen und Sportschützen selbstverständlich strenge Aufbewahrungsvorschriften für ihre Waffen erfüllen (vgl. http://www.dsb.de/media/PDF/Recht/Waffenrecht/Neues%20Waffenrecht/DSB_Poster_A4.pdf). Und auch dann bleiben sie weiter unter staatlicher Aufsicht mit gebührenpflichtigen Kontrollen durch die Behörden - damit das Sportschießen sicher bleibt.

- Ab welchem Alter dürfen Kinder und Jugendliche schießen?
Unter der Obhut eines Sorgeberechtigten oder entsprechend qualifizierter Aufsichtspersonen dürfen Kinder ab 12 Jahren auf Schießständen mit Druckluftwaffen schießen (vgl. § 27 WaffG). Jugendliche, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, ist auch das Schießen mit sonstigen Schusswaffen bis zu einem Kaliber von 5,6mm lfB gemäß § 27 Abs. 3 Nr. 2 Waffengesetz gestattet. (würde ich streichen)

- Ist es sinnvoll, dass Kinder und Jugendliche schießen? Wie werden sie dabei betreut?
In mehreren wissenschaftlichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass das sportliche, altersgerechte Schießen positive Auswirkungen auf die motorischen Fähigkeiten im Allgemeinen sowie die koordinativen Fähigkeiten im Besonderen hat. Zugleich befördert das Sportschießen die Konzentrationsleistungen von Kindern und Jugendlichen und schult sie, frühzeitig Verantwortung zu übernehmen.

Die Deutsche Schützenjugend – die Jugendorganisation unseres Verbandes mit mehr als 250.000 Kindern und Jugendlichen – ist gemäß §§ 1 und 75 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Besonderes Augenmerk wird auf die hochwertige und qualifizierte Betreuung der gut 250.000 Kinder und Jugendlichen durch speziell geschulte Jugendleiter und für die Kinder- und Jugendarbeit qualifizierte Aufsichtspersonen gelegt.

- Warum werden Munition oder Sportgeräte nicht zentral im Vereinsheim gelagert?
Die Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition in geeigneten Tresoren in Privatwohnungen hat sich als dezentrale Aufbewahrung unter dem Blickwinkel der öffentlichen Sicherheit bewährt.
Eine zentrale Aufbewahrung, zum Beispiel in speziellen Waffenbunkern oder in Schützenhäusern ist nicht praktikabel, schafft für Kriminelle Anreize zum Einbruch und führt vor allem zu keinem Sicherheitsgewinn. Dazu kommt, dass die zentrale Aufbewahrung stets nur registrierte Sportwaffen erfassen kann. Alle anderen Waffenbesitzer wie sog. Altbesitzer (die vor 1973 Waffen erworben haben) und Erben werden hiervon nicht erfasst. Die beiden letzten Gruppen machen nach den vorliegenden Statistiken jedoch den größten Teil der Waffenbesitzer in Deutschland aus! Der Deutsche Schützenbund lehnt daher eine zentrale Aufbewahrung von Sportwaffen und Munition ab, da sie keinen Gewinn für die öffentliche Sicherheit erkennen lässt.
 
- Wird überhaupt überprüft, ob Sportgeräte und Munition ordentlich aufbewahrt werden?
Ja, solche Kontrollen werden - sogar unangemeldet - gemäß § 36 des Waffengesetzes durchgeführt. Der zuständigen Behörde muss zum einen die zur sicheren Aufbewahrung getroffenen oder vorgesehenen Maßnahmen nachgewiesen werden. Zum anderen haben die Besitzer von erlaubnispflichtigen Schusswaffen und Munition der Behörde zur Überprüfung Zutritt zu den Räumen zu gestatten, in denen die Waffen und die Munition aufbewahrt werden.
 
- Welche Bedeutung hat der Schießsport eigentlich weltweit?
Die Verbreitung des Schießsports in aller Welt ist beeindruckend: Sowohl bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft im Sportschießen wie auch bei den Olympischen Spielen nahmen Sportlerinnen und Sportler aus über 100 Nationen in den verschiedenen schießsportlichen Disziplinen teil. Weltweit treiben viele Millionen Menschen - egal ob jung oder alt - diesen abwechslungsreichen Sport. Große Beliebtheit erfreut sich der Schießsport auch bei paralympischen Sportlern.
Der Deutsche Schützenbund zählt 1,4 Millionen Mitglieder in 20 Landesverbänden und 15.000 Vereinen. Er ist damit der viertgrößte Spitzensportverband unseres Landes. Mit seinem Gründungsjahr 1861 ist er zugleich auch der älteste Sportverband der Bundesrepublik. Übrigens: Seit 1896 ist der Schießsport fester Bestandteil der Olympischen Spiele. Daneben gibt es eine Vielzahl nicht olympischer Disziplinen, die sich ebenfalls größter Beliebtheit erfreuen.

 





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