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02.05.2014

Bildrechte auf Websites und in Publikationen

Mit jedem Foto, das verwendet wird, sind Rechte verbunden. Dabei geht es in der Regel um Fragen des Urheberrechts. Das Urheberrecht umfasst nach einer landläufigen, wenn auch etwas unscharfen Formel den Schutz der Rechte an Werken „der Literatur, Wissenschaft und Kunst“, was journalistische und publizistische Werke und damit auch Bilder umfasst.

Rechte zu ignorieren, kann nicht nur einigen Ärger einhandeln, sondern auch sehr teuer werden. Wer also Bilder veröffentlichen will, ob auf der Homepage, in einer Zeitschrift oder in einem Flyer, muss auf Folgendes achten:
 
1. Das Recht am Bild hat immer der Fotograf
Wer das Foto gemacht hat, besitzt das Recht am Bild. Selbst wenn für das Bild bezahlt wurde, kann der Fotograf gegen eine entstellende Nutzung seines Bildes, also zum Beispiel einer Retusche, Einspruch einlegen und dies sogar gerichtlich ausfechten. Daher: Vor einer Veröffentlichung unbedingt den Fotografen nach der Nutzung fragen. Übrigens erlischt das Recht am Bild erst nach fünfzig Jahren, also auch bei älteren Bildern aufpassen.
 
2. Wie das Bild genutzt wird, muss genau abgesprochen werden
Der Fotograf kann die Rechte an seinem Bild auf den Nutzer übertragen – mit oder ohne Einschränkungen und mit oder ohne Honorar. Das Nutzungsrecht kann z.B. nur für den einmaligen Abdruck in einer Zeitschrift gewährt werden oder nach Zeitraum, Region, Sachgebiet usw. eingeschränkt werden, also ob das Bild z.B. nur einmal oder mehrmals oder für unterschiedliche Publikationen verwendet werden darf. Daher immer die genaue Nutzung (wo, wann, in welchem Verbreitungsraum, wie oft) mit dem Fotografen absprechen!
 
3. Der Fotograf hat ein Recht auf Namensnennung
Der Fotograf kann, auch wenn er Nutzungsrechte an seinen Bildern an eine Redaktion oder an einen Herausgeber eines Flyers übertragen hat, auf der Nennung seines Namens als Bildquelle bestehen. Diese sollte in der Regel direkt beim Foto (z.B. "Foto: Müller" am Ende der Bildunterschrift oder als hochgestellte Zeile) erfolgen. Wenn der Fotograf zustimmt, können die Bildquellen auch gesammelt im Impressum genannt werden oder ganz weggelassen werden. Daher: Immer eine Quelle des Bildes angeben und den Fotografen fragen, wie es gehandhabt werden soll.
 
4. Wer auf dem Foto abgebildet ist, muss gefragt werden!
Auf Fotos abgebildete Personen müssen, von einigen Ausnahmen abgesehen, ihr Einverständnis zur Veröffentlichung geben. Ausnahmen sind z. B. „Personen öffentlichen Interesses“. Je bekannter die Person, desto weniger schutzwürdig ist sie. Also zum Beispiel muss vom Landespolitiker, der bei einer öffentlichen Veranstaltung fotografiert wird, kein Nutzungsrecht abgefragt werden. Das gleiche gilt für Berichterstattungsfotos von einem Fest o.ä., wenn das Bild ausschließlich für einen Bericht verwendet wird. Menschen, die beim Schützenfest fotografiert werden und deren Foto für einen Image-Flyer verwendet werden soll, müssen ihr Einverständnis geben. Bei Kindern müssen die Eltern gefragt werden. Daher: In der Regel die Personen auf dem Foto fragen, ob das Bild veröffentlicht werden darf.
Als Muster kann hierfür die anhängende Erklärung genutzt werden.  
 
5. Goldene Regel: Vor der Veröffentlichung Bildrechte klären!
Für Abbildungen, die von Fotografen oder Bildagenturen bezogen werden, wird die Rechtefrage normalerweise bei der Bestellung geklärt (Geschäftsbedingungen genau studieren!).

Wenn Bilder, die bereits einmal veröffentlicht wurden (in Printmedien oder im Internet) verwenden werden sollen, muss man unbedingt beim Verlag bzw. beim Betreiber der Website nachfragen, wer das Urheberrecht besitzt und ob man für den eigenen Zweck ein Nutzungsrecht (Lizenz) erwerben kann. Oft sind die Abdruckgenehmigungen honorarfrei, nur die Quelle muss genannt werden. Jedoch sollte man sich diese Genehmigung immer vor der Veröffentlichung schriftlich bestätigen lassen, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden. Daher: Nie ein Bild veröffentlichen, ohne die Rechte vorher abgeklärt zu haben! Vorsicht: Ganze Anwaltskanzleien verdienen ihr Geld damit, das Internet nach Bildern und Texten zu durchsuchen, bei denen Rechte ungeklärt sind.
 
Wo gibt es weitere Infos?
Sehr ausführlich ist der Artikel „Bildrechte“ unter
www.wikipedia.de. Dort sind auch weitere Links zu finden, die auf spezielle Fragen eingehen. Zum Beispiel die Seite www.bildrechte.com, die Infoseite einer Bildagentur für Bilder aus dem Gesundheitsbereich, die allgemein gute Informationen zum Thema enthält.

Auf vielen Internetseiten sind im Impressum oder auf einem speziellen Link Hinweise zum Nutzungsrecht der Bilder angegeben. Das gilt vor allem für Seiten, die Bilder „rechtefrei“ zum Download anbieten. Dabei müssen die Geschäftsbedingungen vor einem Download immer genau durchgelesen werden. Die Tücke: Manchmal können Bilder zwar kostenlos und rechtefrei downgeloadet werden, eine Nutzung geht dann aber richtig ins Geld!

 





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