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20.10.2015

Aufwandsersatz und Aufwandsspenden

Eine weitere Anfrage erreichte das ZIV-Team mit der Bitte um Erläuterung der Aufwandsersatz und die Aufwandsspende.

Das Bundesfinanzministerium hat die Regeln für Aufwandsspenden mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 25.11. 2014 neu und enger gefasst.
Grundsätzlich vermutet die Finanzverwaltung, dass ehrenamtliche Mitglieder eines Vereins unentgeltlich tätig werden und ihre Leistungen ohne Aufwendungsersatzanspruch erbringen.

Aber diese Vermutung oder Unterstellung können Sie widerlegen.
Beispielsweise darf auch ein ehrenamtlich tätiger Trainer eines Sportvereins, der für seine Tätigkeit kein Honorar bekommt, sich zumindest seine Fahrtkosten zum Training oder zu Wettkämpfen erstatten lassen. Sie müssen hierfür gegenüber dem Verein einen Rechtsanspruch auf Aufwendungsersatz haben. Dieser Ersatzanspruch muss eingeräumt werden durch Vereinssatzung, Vereinbarung
oder rechtsgültigen Vorstandsbeschluss, sofern der Vorstand dazu durch eine Regelung in der Satzung ermächtigt wurde. Diese „Satzungsermächtigung“ ist neu und erst erforderlich für Vereine bei Neugründungen ab 2015.

Der Ersatzanspruch muss eingeräumt werden, bevor die entsprechende Tätigkeit begonnen wird.

Wichtig: Die mündliche Zusage des Vereinsvorsitzenden, die Kosten zu erstatten, genügt nicht mehr.

Hinweis:

Wird bei einem Verein, der vor dem 1. Januar 2015 gegründet wurde, Aufwendungsersatz lediglich aufgrund eines rechtsgültigen Vorstandsbeschlusses ohne ausdrückliche Satzungsermächtigung
eingeräumt, so muss die Satzung nicht allein zur Einräumung dieser Ermächtigung geändert werden. Bei der nächsten Satzungsänderung, sollte dies aber mit eingebunden werden.

Bei der Aufwandsspende handelt es sich nicht um eine Sachspende (in Form der selbst getragenen Aufwendungen), sondern um eine (abgekürzte) Geldspende. Denn nicht der Aufwand wird gespendet, sondern der dem Aufwandsersatz entsprechende Geldbetrag.

Es ist nicht nötig, dass zwischen Spender und Verein tatsächlich Geld fließt. In der Zuwendungsbestätigung muss also nicht der zugrunde liegende Aufwand bezeichnet werden, sondern nur der entsprechende Geldbetrag. Der Verein aber muss dies in seinen Unterlagen dokumentieren.

Wichtig: In der Zuwendungsbestätigung muss folgender Passus enthalten sein: „Es handelt sich um den Verzicht auf Erstattung von Aufwendungen“.
 
Auch wenn kein rechtswirksamer Erstattungsanspruch besteht, gibt es einen Trick, um Steuern zu sparen: Lassen Sie sich Ihre Kosten erstatten und zahlen Sie diese anschließend als Geldspende auf das Vereinskonto wieder ein. Achten Sie darauf, dass Auszahlung und Einzahlung nicht zeitgleich erfolgen, denn sonst könnte das Finanzamt ein Scheingeschäft annehmen und die Spende nicht anerkennen. In diesem Fall muss also tatsächlich Geld fließen.
  
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.
 




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